Tuesday, November 1, 2011

Saisonalität: der Monatsendeffekt nach Norman Fosback

In der heutigen Ausgabe vom Wellenreiter wird auf Mark Hulbert und dort wiederum auf ein saisonales Timingmodell von Norman Fosback verwiesen. Der Kern dieses Systems kauft den US-Aktienmarkt 3 Handelstage vor Monatsende und verkauft 5 Handelstage nach Monatsultimo. Robert Rethfeld hat in seiner heutigen Wellenreiterausgabe auf die (schlechten) Ergebnisse des Modells im Dow Jones von 2011 verwiesen. Gerne nehme ich seine Anregung auf dieses einfache Modell länger zu überprüfen. Im Dow Jones seit 1980 stellt sich folgendes Bild (Index oben, Ergebnis des Modells unten) dar:


Dow Jones seit 1980 mit Fosback-Modell


 Wie man gut sieht hat das Timingmodell bis Ende 2007 durchaus erfolgreich - zwischen 1997 und 2007 sogar hervorragend - funktioniert. Durchschnittlich 18,33 Punkten pro theoretischem Trade und eine Trefferquote von 62,6% sind als Ergebnis ansehnlich. Zeitweise war das Modell in den letzten 10 Jahren sogar besser als eine Buy-and-Hold Strategie.

Logischerweise leidet die Systematik in Bärenmärkten, da sie nur long investiert ist. Stellt sich die Frage, ob einfache Trendfilter das Modell verbessern können. Zu diesem Zweck habe ich eine zweite Regel implementiert: das Modell kauft nur, wenn der Schlusskurs am Kauftag oberhalb des 250 Tage gleitenden Durchschnitts notiert.

 Dow Jones seit 1980 mit Fosback-Modell und Close>GD 250


Die Linie des mit dem gleitendem Durchschnitt gefilterten Modells ist gelb. Seit 1980 kommt man mit GD-Filter zum etwa gleichen Ergebnis in Punkten, benötigt aber 100 Trades (roundturn) weniger. Die Qualität der Trades mit 25,49 Punkten (statt 18,33) und einer Trefferquote von 64,5% (zu 62,6%) wäre also deutlich besser gewesen. Trotzdem ist auch das gefilterte Modell seit 2007 nicht wirklich erfolgreich.

Zur Überprüfung der Ergebnisse noch kurz die gleiche Analyse mit dem DAX:   


DAX seit August '92 mit Fosback-Modell 


Auch hier ein ähnliches Bild. Die teilweise heftigen Abwärtsbewegungen 2007/2008 und 2011 belasten das Ergebnis erheblich. Zum Vergleich mit GD-Filter: 


DAX seit August '92 mit Fosback-Modell und Close>GD 250




Der GD-Trendfilter verbessert auch hier das theoretische Ergebnis deutlich. Vor dem für das Modell schlimmen Monatswechsel Juli/August diesen Jahres mit über 1000 DAX-Punkten Verlust bewahrte er allerdings auch nicht.

Viele Analysen zum Thema Saisonalität gibt es beim MarketSci Blog. Dort is das Credo, dass nur ein positiver saisonaler Effekt allein noch keinen Trade rechtfertigt. Nicht der schlechteste Tipp betrachtet man die Ergebnisse des Fosback-Modells in den letzten 5 Jahren.


Es handelt sich bei diesem Blogeintrag um eine reine historische Betrachtung. 
Dies ist keine Empfehlung für etwaige Investitionsentscheidungen ! 
 

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