Thursday, November 10, 2011

Saisonalität: Fosback Teil V - Auch der Bund-Future?

Im Teil IV betrachtete ich gestern den DAX, um zu zeigen, dass der deutsche Markt auch positive Effekte rund um den Monatsultimo aufweist. Überlegt man sich die Hintergründe dieses Effektes so müsste er in allen klassischen Anlageformen wie auch Anleihen nachweisbar sein.
Dazu nun eine ähnliche Analyse wie gestern mit dem Bund-Future, nur sind die Ergebnisse nicht in Prozent sondern Absolut dargestellt. Für die Endlos-Zeitreihe eines Futures werden die ausgelaufenen Kontrakte adjustiert - also so verschoben, dass sie nahtlos an den nächsten Kontrakt anschließen. Dies führt dazu, dass eine prozentuale Betrachtung nicht korrekt ist. 
Im Betrachtungszeitraum 1991 bis heute wies der Bund-Future einen durchschnittlichen Tagesgewinn von 0,0172 Punkten auf. Dies gilt es am Ultimo zu schlagen, um einen positiven Effekt aufzuzeigen. Die in der Tabelle gezeigten Ergebnisse sind um den durchschnittliche Tagesgewinn bereinigt. Ein Ergebnis grösser Null zeigt also eine überdurchschnittliche Performance auf.



Der gesamte Zeitraum fünf Handelstage vor Ultimo bis fünf Handelstage nach Ultimo zeigt nur 0,003 Punkte über einer durchschnittlichen Tagesveränderung. Allerdings sticht der Handelstag am Ultimo (Kauf zum Schluss ein Tag vor Ultimo, Verkauf am Ultimo zum Schluss) mit im Schnitt 0,059 Punkten hervor. Hinsichtlich der Verteilung auf die Monate zeigt sich kein so klarer Effekt wie bei den Aktienmärkten. Am ehesten lässt sich sagen, dass die saisonal schwächeren Aktienmonate tendenziell bessere Anleihemonate für dieses Modell waren.

Für mich sind kumulierte Zahlen und Durchschnittswerte keine gute Indikation, ob es gangbar ist eine Tradingstrategie zu entwickeln. Ich brauche immer visuelle Unterstützung durch Charts und Equitylinien (Graph der Systemergebnisse). Dort lässt sich mit einem Blick sagen, ob es in Frage kommt eine derartiges Modell als Input für eine Handelsstrategie zu verwenden. Insbesondere die Höhe DrawDowns, Länge von Verlustperioden sowie die allgemeine Stabilität der Ergebnisse sind hier für mich entscheidend. Daher hier die Ergebnisse wiederum als einfache Strategie im Verlauf mit Kauf zwei Handelstage vor Ultimo und Verkauf am Ultimo.

Bund-Future ab 1991 - Kauf zwei Tage vor, Verkauf am Ultimo


Auch hier durchaus ein gutes historisches Ergebnis ohne weitere Filter anzuwenden. Allerdings gilt es zu bedenken, dass der lange Bullmarkt hier seinen Anteil am Ergebnis hat. Zudem konnte das Modell in den ersten 9 Jahren nicht überzeugen.
Längere Halteperioden über den Ultimo hinaus verbessern zwar das Gesamtergebnis, führen aber zu einem wesentlich unruhigeren Verlauf mit grösseren Verlustphasen.


Es handelt sich bei diesem Blogeintrag um eine reine historische Betrachtung. 
Dies ist keine Empfehlung für etwaige Investitionsentscheidungen ! 
 
   

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